• Autor:Grigori Gorin

  • Regie:Tadeusz Galia

  • Kostüme:Franziska Dahm

  • Musik:Tobias Wendisch

  • Bühne:Tadeusz Galia

  • Premiere:30. Dezember 2012

  • Bilder:Andreas Hüttner

  • Es spielen:

  • Baron von Münchhausen:Tadeusz Galia
  • Martha, seine Frau: Antje Schlaich, Christina Dobirr
  • Jakobine von Münchhausen: Jutta Ziemke
  • Theophil von Münchhausen: Christina Dobirr, Thomas Büssert
  • Thomas, Dienerin: Dorothea Scharf
  • Bürgermeister: Martin Friederichs
  • Rahmkopf, Advokat: Andreas Hüttner, Jens Böke
  • Richter: Winfried Waidelich, Jörn Arens
  • Pastorin: Linda Stach

Der berühmte Lügenbaron, Entenjäger und Kanonenkugelreiter kann zwar die Wolken vertreiben, sich selbst samt Pferd aus dem Sumpf ziehen und zum Mond reisen, doch nun hat er sich verliebt, möchte die Kirche um das eheliche Sakrament bitten und begehrt darum vor dem Richter die Scheidung von seiner ersten Gattin, Baronin Jakobine. Und da beginnen die Auseinandersetzungen des romantischen Phantasten mit der normalen, der bürgerlichen Gesellschaft.

Als Lustspiel erscheint das Stück des georgischen Autors nur auf den ersten Blick. Hinter der in flüssigen Dialogen geschriebenen Geschichte versteckt sich das Thema vom Kampf des kühn träumenden, der Phantasie hingegebenen Individuums gegen die logische Vernunft folgende, nach Gesetz und Macht ausgerichtete Gesellschaft. Im Alltagsleben, wenn Nüchternheit regiert, löst der phantastische Träumer Spötteleien/allenfalls Verwunderung aus - solange er nicht stört. Erst nach seinem Tode findet der Abenteurer Anerkennung und Bewunderung; er wächst zum Fabelwesen, an dessen Mythos sich die Nachkommenschaft bereichert Doch wehe, er kehrt wie Münchhausen in Gorins Stück ins Leben zurück. Dann muss er seine Identität nachweisen, bis zur tödlichen Konsequenz. Muss ein Mensch erst getötet werden, um zu beweisen, dass er lebt, lässt Gorin fragen.